Der Burschenverein Aich und die Tradition des Maibaums


Unter einem Maibaum versteht man einen geschmückten Baum, der am 1. Mai in Ortschaften und Gemeinden von den Ortsvereinen und der Bevölkerung aufgestellt wird.

In Zeiten, in denen Krieg herrschte, bezeichnete man den Baum oft auch als „Friedensbaum“.

Der Brauch des Maibaum Aufstellens ist keine Erscheinung der Neuzeit. In allen Zeiten gab der Baum den Menschen Hoffnung und Zuversicht.

Der Ursprung des Maibaum Aufstellens ist allerdings nicht eindeutig geklärt. Schon in der Antike gab es Anzeichen dafür. So weihten die Römer den Monat Mai der Göttin des Wachstums, der Fruchtbarkeit und des Gedeihens der Pflanzen. Ihr Name war Maia und gab dem Monat Mai seinen Namen. statt. Für Sie wurden Opfer dargebracht und Bäume wurden als Symbol Ihrer Würde aufgestellt. Das Maias Fest fand am 1. Mai eines Jahres statt.

Seit dem 13. Jahrhundert ist der Maibaum als Brauchtum belegbar. Der Baum spiegelt den Wunsch der Bevölkerung auf eine fruchtbare und Glück bringende Frühjahrs- und Sommerzeit wider. Als Termin für das Aufstellen eines Maubaums wählte man, wie damals, den 1. Mai, wo sich die kalte zur warmen Jahreszeit wendet.

Im 18. Jahrhundert kam der Brauch hinzu, dass an einen Maibaum die verschiedenen Zünfte einer Ortschaft, auf „Taferl“ dargestellt, am Maibaum befestigt werden.

Das Aufstellen eines Maibaums wurde immer mehr gepflegt. Auch in Aich erfuhr es große Beliebtheit und Begeisterung.

Nach Überlieferung der alten Aicher Bürger war es vor dem 2. Weltkrieg üblich, den Baum ohne Wissen des Waldbesitzers aus dessen Wald zu stehlen. In den Nachkriegsjahren wurde diese Art der Maibaumbesorgung durch abwechselndes Spendieren eines Maibaums von einem Aicher Waldbesitzer abgelöst.

Die Jahre vor dem, besonders aber nach dem 2. Weltkrieg, organisierte der Schützenverein das Aufstellen des Maibaums.

Den Maibaum holen Aicher Männer vor dem ersten Mai aus dem Wald

Nach Fällen des Baumes, wird dieser auf einen bereitgestellten Wagen. Oft sind lange Wege im Wald zu bestreiten,, wird dieser auf einen bereitgestellten Wagen gehoben und in den Stadl nahe der Maibaumschiene verbracht wofür einiges an Muskelkraft nötig ist. Hier wird er zum aufstellen vorbereitet.

 

 

Als Ort zum Aufstellen des Maibaums werden vor allem zentrale Plätze in Ortschaften gewählt. Bei uns in Aich ist der Standort vor der Dorfwirtschaft, der dafür sehr geeignet ist.

Die Spitze des Maibaums bildet der naturbelassene, grüne Gipfel. Ein Kranz aus Zweige ziert im oberen Bereich den Baum. Früher war es üblich, dass der Kranz aus frischen Zweigen von Frauen und Mädchen aus der Ortschaft gebunden wurde.

Heute ersetzt oft eine Kunststoffgirlande die Naturzweige. Am krönenden Ende weht die bayerische, weiß blaue Fahne.

 

Bei uns in Aich ist es üblich, am Maibaum „Taferl“ mit Motiven von Personen, Gebäuden und Firmen anzubringen.

 

Nach alter Tradition stellen wir den Maibaum noch von Hand auf.

Dazu verwenden wir „Schwaiberl“ als Hilfsmittel. „Schwaiberl“ sind zwei Holzstangen, die am oberen Ende mit einem Seil und einer besonderen Knotentechnik verbunden werden. Sie dienen dem Aufstellen des Maibaums, wie auf dem Bild erkennbar.

 

Für die im zweiten Weltkrieg zerstörten Holztaferl wurden bis Anfang der 80er Jahre Taferl aus Blech verwendet. Von da an wurden sie durch neu gemachte Holztaferl ersetzt, die auf handgeschmiedeten Metallhalterungen montiert sind. Beim Aufstellen des letzten Maibaumes im Jahre 2015 sind die Taferl erneut ersetzt worden. Nach dem Muster der alten Taferl wurden die neuen hergestellt und bemalt. 

Ein weiterer Brauch in Bezug zum Maibaum ist das Maibaum klauen.

 

Auch bei uns wurde der Maibaum von Burschen eines Nachbarortes geklaut. Nach erfolgreichen Verhandlungen zur Rückgabe des gestohlenen Maibaums, wurde dieser bei Blasmusik und einer Brotzeit ausgelöst. 

 

Im Jahr 2006 wurden die Aicher Vereine, darunter auch der Burschenverein, von Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck gebeten, für die Stadt einen Maibaum bei der Marthabräuhalle aufzustellen. Die Aicher Vereine ließen sich nicht lange bitten, den Bruckern unter die Arme zu greifen. Und so rückten die Aicher am ersten Mai an, um mit vereinten Kräften den Brucker Maibaum in die Vertikale zu stellen. Für die Anstrengungen und Mühen wurden die Helfer mit einer anständigen Brotzeit belohnt.

Das Aufstellen des Maibaums im Jubiläumsjahr 2007 trug zur Verschönerung der Ortschaft Aich bei.

 

Der Katholische Burschenverein Aich e.V. bedankt sich bei allen Maibaumspendern, den vielen Helfern, sowie allen anderen, die zur Wahrung der Tradition beigetragen haben.